Berufsschulen in Deutschland

Ausbildungsbetrieb und Berufsschule sind Partner in der dualen Ausbildung. Damit beide Parteien ihren Auftrag so gut als möglich erfüllen können ist eine Lernortkooperation von großer Bedeutung. Ziele dieser Zusammenarbeit sind die Koordinierung der verschiedenen Unterrichtskonzepte sowie die Abstimmung des Lehrplans und die Festlegung des Ablaufs und der Inhalte der Abschlussprüfung. Ein effektiver Unterricht an Berufsschulen erfordert kompetente und berufserfahrene Lehrkräfte. Ein großes Problem an deutschen Berufsschulen ist der vorhandene Mangel an Lehrern. Dies führt zu ausgefallenen Unterrichtsstunden.

Verschiedene Berufsverbände fordern eine stärkere Zusammenarbeit der Berufsschulen mit den Ausbildungsbetrieben. Auch sollten die Lehrer von Berufsschulen vermehrt Praktika in den Betrieben absolvieren, um sich in der betrieblichen Praxis weiterzubilden. Positiv kann vermerkt werden, dass der Unterricht in den letzten Jahren mehr handlungsorientiert durchgeführt wird. Diese Entwicklung sollte auf alle Fälle fortgesetzt werden. Um noch intensiver auf die einzelnen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen empfiehlt sich eine noch stärkere Differenzierung nach Fachgruppen. Verschiedene Fachleute sind der Meinung dass auf allgemeine berufsvorbereitende Schulen eher verzichtet werden sollte. Es wäre sinnvoller dafür den Erwerb von Zusatzqualifikationen wie Sprachunterricht in den Berufsschulen anzubieten.

Die Berufsschulen in Deutschland sind Teil des dualen Ausbildungssystems. Der Ausbildungsbetrieb sorgt dabei für die fachlichen Qualifikationen. In den Berufsschulen werden fachtheoretische und allgemeine Lerninhalte vermittelt. Der Besuch der Berufsschule ist während der Ausbildung Pflicht. Kommt ein Auszubildender dieser nicht nach droht der Verlust des Ausbildungsplatzes. Der Unterricht erfolgt in etwa zwölf Unterrichtsstunden pro Woche. Alternativ kann dieser auch im Rahmen von Blockunterricht über mehrere Wochen am Stück erfolgen. Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung. Die Noten der Berufsschule gehen dabei in die Abschlussnote ein.


Anwenden verschiedener Unterrichtskonzepte an Berufsschulen

Es existieren heute verschiedene Unterrichtskonzepte. Lernzielorientierte Unterrichtskonzepte werden sehr stark von der lehrenden Person bestimmt. Dabei wird der Unterrichtsstoff vom Lehrer in einzelnen Lerneinheiten zusammengestellt. Die Lehrkraft stellt das Übungsmaterial zusammen und prüft mit regelmäßigen Tests die Lernfortschritte. Der zweite Ansatz für ein Unterrichtskonzept ist ein handlungsorientierter Unterricht. Die Planung und Durchführung des Unterrichts wie auch die Auswertung wird gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt. In Deutschland überwiegt bei den meisten Lehrern noch der Hang zum lernzielorientierten Unterrichtskonzept. Dies hat zur Folge das der Unterricht eher theoretischer Natur mit einem geringeren Lerneffekt hat.


 

Die Berufsschule Partner des Betriebes während Ausbildung

Im Deutschland wird das Prinzip der dualen Ausbildung. Die Berufsschule ist dabei Partner des Ausbildungsbetriebes. Sie vermittelt hauptsächlich theoretische Lerninhalte. Diese haben sowohl fachbezogene wie auch allgemeine Inhalte. Neben den fachtheoretischen Kenntnissen sollen den Schülern auch andere Dinge wie zum Beispiel soziale Kompetenz vermittelt werden. Die Lernfelder an den Berufsschulen passen nicht immer zu den Anforderungen des jeweiligen Ausbildungsbetriebes. Dies liegt unter anderem an einer unzureichenden Lernortkooperation. Es ist erforderlich das die Berufsschulen noch enger mit den Ausbildungsbetrieben zusammenabeiten.


 

Die verschiedenen Arten einer Berufsschule

An der klassischen Berufsschule, lernen Schüler die eine Berufsausbildung in einem Ausbildungsbetrieb absolvieren. Die Berufsschule stellt dabei einen festen Teil der Ausbildung dar. Man kann die Berufsschulen noch in kaufmännische und technische Berufsschulen unterteilen. Daneben existieren noch andere Arten wie das Berufskolleg. Auf diesem werden ebenfalls fachtheoretische Kenntnisse vermittelt. Im Unterschied zur Berufsschule nehmen hier auch Schüler am Unterricht Teil die keine Ausbildung bei einem Betrieb absolvieren. Das Berufskolleg ist eine berufsvorbereitende Schule. Neben dem Berufskolleg gibt es noch Berufsfachschulen, an diesen lernen ebenfalls Schüler ohne Ausbildungsbetrieb. Bei den Berufsfachschulen wird meist noch mehr Wert auf allgemeine Lerninhalte gelegt. Die Arten der Berufsschulen sind je nach Bundesland etwas unterschiedlich.


 

Das entscheidende am Schluss die Abschlussprüfung

Jede Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung. Im Falle eines Bestehens erhält der Schüler ein Abschlusszeugnis. Die Abschlussprüfung besteht je nach Ausbildungsberuf aus verschiedenen Teilen. In den meisten Fällen besteht die Prüfung aus einem schriftlichen und einem praktischen oder bei kaufmännischen Prüfungen auch mündlichen Teil. Der Ablauf und die Prüfungsinhalte für die Abschlussprüfung werden in der Prüfungsverordnung des jeweiligen Ausbildungsberufes festgelegt. Je nach Beruf finde die Abschlussprüfung komplett am Ende der Ausbildung statt oder in Form einer gestreckten Abschlussprüfung. Bei der gestreckten Prüfung findet diese in zwei Teilen während der Ausbildung statt. Der erste Teil wird dann prozentual zur Gesamtnote gerechnet.


 

Die gelungene Lernortkooperation entscheiden für den Ausbildungserfolg

Unter Lernortkooperation wird die Zusammenarbeit der verschiedenen Lernorte während der Ausbildung bezeichnet. Die Lernfelder der Berufsschulen müssen im fachlichen und zeitlichen Rahmen an die Aufgaben der Ausbildung im Betrieb angepasst sein. Dies ist in Deutschland oftmals noch zu selten der Fall. Optimal ist das Bilden eines Gremiums, das aus Lehrern der Berufsschule sowie Vertretern der Ausbildungsbetriebe besteht. Im Rahmen einer Lernortkooperation gewinnen die Lehrer Einblicke in dem sie zum Beispiel für eine gewisse Zeit die verschiedenen Ausbildungsbetriebe besuchen. Ein weiteres Ziel der Lernortkooperation besteht im Festlegen von Strukturen für die Abschlussprüfungen und im Erstellen geeigneter Unterrichtskonzepte.